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Wiedereröffnung auf 800m² nach dem ersten Lockdown

Ein Erfahrungsbericht einer Auszubildenden

Hey du,
für alle, die mich aus meinem ersten Beitrag noch nicht kennen: ich bin Meggy und derzeit Auszubildende im zweiten Ausbildungsjahr. Als Gestalterin für visuelles Marketing arbeite ich in der Mall of Berlin – Berlins schönster Shopping-Mall. Mir war es ein persönliches Anliegen aus Sicht einer Auszubildenden, über die Covid-Situation und die Wiedereröffnung nach dem ersten Lockdown zu berichten.

Wir Auszubildenden waren Teil einer Situation, die es so noch nie gab. Im Verlauf des Jahres erlebten wir den ersten Lockdown, der zu einer europaweiten Schließung der Verkaufshäuser führte. Nach sechs Wochen Stillstand folgte eine Wiedereröffnung mit einer deutlichen Verkleinerung der Verkaufsfläche auf 800 m². Der noch größere Schreck folgte jedoch Ende des Jahres: Mitten im Weihnachtsgeschäft wurde der zweite Lockdown verkündet. Da erneut alles auf Null gesetzte wurde, erlebten wir ein Déjà-vu. Rückblickend lässt sich das Jahr relativ einfach zusammenfassen.

Von 6.000m² auf 800m²

Einen knappen Monat stand alles still, bis Mitte April die freudige Nachricht verkündet wurde: ‚Liebe Auszubildende, es geht wieder los!‘ Da saßen wir nun, um 8:30 Uhr, mit ausreichend Abstand zueinander, während wir von unserem General Sales Manager die AHA-Regeln erklärt bekamen. Das Tragen von Schutzmasken verleiht ein ungewohntes, sowie fremdes Gefühl. Ein Blick in die Zukunft verrät, dass sie heute kaum noch wegzudenken ist. Voller Motivation und mit Maske startete also unser Projekt ‚Ladenteileröffnung’. Die größte Schwierigkeit bestand darin, eine Fläche von 6.000m² auf 800m² zu verkleinern, und unseren Kunden trotzdem ein vielfältiges Sortiment bieten zu können.

Auf die Masken. Fertig. Los!

Nach der Erläuterung der Verhaltensregeln verschafften wir uns in Zweierteams systematisch einen Überblick über die neu geschaffenen Abteilungen. Im Anschluss daran versetzten wir wortwörtlich Berge, um die vorgeschriebenen 800m² einzugrenzen. In unserem Fall handelte es sich eher um Tische, Warenträger und Rollstangen. Die Auszubildenden im Bereich Dekoration verantworteten das Anbringen von Bodenaufklebern, das Aufstellen von Hinweisschildern und die Platzierung von Stelen am Eingangs- und Kassenbereich. Darüber hinaus kümmerten sie sich um die Einlagerung von Podesten und Dekopoints zur Warenpräsentation, auf vorerst unvorhersehbare Zeit. Wir laminierten diverse Hinweisschilder für Kunden und Mitarbeiter. Auch bereiteten wir Einlasstickets zum Betreten des Geschäfts vor. Hierdurch konnten wir einen geregelten Einlass von Kunden gewährleisten. Zum Abschluss des Tages wurden alle Auszubildenden für die folgenden Tage in feste Gruppen geteilt. Dadurch wurde das Risiko einer Ansteckung bestmöglich reduziert.

Lichtblicke in außergewöhnlichen Zeiten

Rückblickend auf mein erstes Jahr als Auszubildende konnte ich trotz dieser außergewöhnlichen Situation viele positive Erfahrungen sammeln. Es haben sich, trotz zahlreicher Hürden und Herausforderungen, auch verschiedene Chancen aufgetan. Diese hätten sich unter normalen Umständen vermutlich nicht ergeben. In dieser Zeit haben wir Auszubildenden viel Verantwortung übernommen und durften ein hohes Maß an Selbstständigkeit beweisen. Wir mussten eigene Entscheidungen treffen, auf die wir nicht vorbereitet werden konnten.

Eine Herausforderung kommt selten allein

Eines der spannendsten Erlebnisse war, dass ich zwei weitere Verkaufshäuser im Umkreis von Berlin unterstützen konnte. Da unser Verkaufshaus aufgrund seiner Größe personell gut besetzt war, konnten wir auch in kleineren Filialen mithelfen. Nur wenige Auszubildende haben die Möglichkeit sich in ihrem ersten Ausbildungsjahr einer derartigen Herausforderung zu stellen und das Gelernte in diesem Ausmaß direkt anzuwenden. Neben der Challenge, sich in einem fremden P&C-Verkaufshaus zurechtzufinden, sorgte die Pandemie weiterhin für Anspannung und Nervosität. Natürlich sind auch Fehler passiert, doch wie sagt das Sprichwort. Es sind noch keine Meister vom Himmel gefallen. Das war sicherlich nicht das letzte Mal, dass wir Auszubildenden die Chance hatten, uns zu beweisen, an unsere eigenen Grenzen zu gehen und sogar darüber hinaus zu wachsen.

Für den ersten Lockdown und die Wiedereröffnung würde ich mir rückblickend folgende Tipps geben: Einen kühlen Kopf bewahren, tief durchatmen und das Beste aus der neuen Situation machen.

Bleibt alle gesund & bis demnächst!

Eure Meggy

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